| 1959 Die "schießenden" Artilleristen Zumindest für die Soldaten des Heeres haben Artilleristen den Ruf, daß sie die "schwarze Kunst" beherrschen würden. Dies kommt daher, daß man nicht so leicht nachvollziehen kann, wie die Artilleristen es schaffen, schnell und wendig ihr Feuer (die zentnerschweren Geschosse) bei jedem Wetter, Tag und Nacht, in der Luft, in 10 Kilometer Höhe, zu verlagern. Über viele Kilometer hinweg, sekundenschnell und sogar in der Munitions- und Zünderart hin und her gewechselt. Die Vorgeschobenen Beobachter, die VB's, beispielsweise haben einen legendären Ruf bei der Kampftruppe. Sind sie doch in der Lage, wenn's sein muß, nicht nur Sperrfeuer auf vorbereitete und mit ihnen abgesprochene Räume sekundengenau auszulösen, und damit das Gelände abzuriegeln, sondern auch, wenn's denn wiederum sein muß, das Feuer sogar auf den eigenen Standort zu ziehen, ohne dabei selbst getroffen zu werden. So mancher Panzergerenadier ist sich absolut sicher: Die Artillerie kennt weder Freund noch Feind, sie kennt nur lohnende Ziele! Soviel vielleicht vornweg zur Artillerie und ihrem Ruf innerhalb der Armeen dieser Welt. Das schwere Feldartilleriebataillon der Division Nun zurück nach Pfullendorf ins Jahr 1959: Jedes Regiment - und damit jede Division des Heeres - verfügt(e) über ein schweres Artilleriebatillon (schwer wegen der schweren Haubitzen und Kanonen sowie wegen der schweren Geschosse und der großen Kaliber). Dieses Bataillon war der "Hammer der Division". Das Bataillon war in der Lage, Feind in einer Entfernung bis zu dreißig Kilometern zu bekämpfen, im beobachteten Schießen vom Boden her und aus der Luft sowie im Plan-Schießen, konventionell und auch atomar. Das Bataillon war durch wendige Feuerleitung und das Zusammenspiel aller Organe befähigt, die Brigaden sekundenschnell am richtigem Ort zu unterstützen, ohne durch "die Gegend" fahren zu müssen. Dies ist/war - kurzgefaßt - der Auftrag auch des FArtBtl 101. Und zu dessen Erfüllung braucht(e) das Bataillon Soldaten, gut ausgebildete Soldaten. Die ersten Soldaten Am 6. Mai 1959 traf das 1. Kontigent des Kaderpersonals für das Bataillon, 60 Mann, aus Idar-Oberstein kommend, für die 1., 3., und 4. Batterie des FArtBtl 101 in der Kaserne ein. Weitere 80 Mann folgten am 22. Mai aus dem Standort Füssen. Einige Wochen vorher war bereits ein Vorauskommando von etwa Zugstärke aus dem Standort Füssen eingetroffen, um eine reibungslose Aufnahme der Truppe zu gewährleisten. Die Unterbringung Untergebracht wurden die Soldaten im Erd- und Kellergeschoß des späteren Stabsgebäudes der Brigade 29. Die Kaserne selbst befand sich zu dieser Zeit noch im Zustand einer riesigen Baustelle. Die Unterkunftsgebäude zwar äußerlich zwar fertig, aber der Innenausbau noch nicht abgeschlossen. Vor allem die Außenbereiche glichen eher einer Kraterlandschaft. Das Bataillon wuchs Es folgten laufend weitere Zuversetzungen von Personal, so daß das Btl. ausreichend Ausbilder und Funktionspersonal für die Anfang Juli erwarteten Rekruten verfügbar hatte. Die Geburtsstunde der Garnison Als die eigentliche Geburtsstunde der Garnison Pfullendorf aber bezeichnete der SÜDKURIER vom 30. Juni 1959, den feierlichen Appell am 27. Juni auf dem Sportplatz in der Fuchshalde, mit der anschließenden Schlüsselübergabe der Kaserne durch den Befehlshaber im Wehrbereich V, Generalmajor Freiherr von Liebenstein, an den ersten Kommandeur des FArtBtl. 101, Major Dr. Leube, beim ersten Bataillonsappell. |
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Am Nachmittag zog das Bataillon
durch die fahnengeschmückte und mit vielen Zuschauern gesäumte
Altstadt. Das Heeresmusikkorps 9 konzertierte anschließend auf dem
Marktplatz, wo sich wiederum mehrere hundert Zuhörer eingefunden
hatten. |
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| Und dann war da noch... ... die Geschichte von der "vorschriftsmäßigen" Ausbildung Die 41-ziger waren es dann auch, die uns über die Anfangsschwierigkeiten mit unserem Waffensystem FH 203 mm hinweghalfen: Das Problem war, es gab ganz einfach weder einen Offizier noch Unteroffizier im Standort, der an diesem Waffensystem ausgebildet war. Lediglich ein einziger Kraftfahrer, ein Obergefreiter aus Idar Oberstein zu versetzt, kannte das Zugmittel, das Kettenfahrzeug M 4 (13 to). Die Feldhaubitze 203 mm M 2 auf Sattelprotze aus amerikanischer Produktion konnte somit zumindest bewegt werden. Das Dilemma begann jedoch mit dem ersten Versuch, das 13.500 kg schwere Geschütz von der Sattelprotze mittels einer Seilwinde zu Boden zu lassen. Dieser erste Versuch fand im Technischen Bereich der Kaserne statt, unter Zuhilfenahme einer amerikanischen "Technischen Anweisung". Jedenfalls endete dieser Versuch des StUffz Mielke, das Waffensystem in den Griff zu bekommen, noch ehe er richtig begonnen hatte, als die Holme von der Sattelprotze auf den Betonboden knallten, so daß einer der beiden einen sichtbaren Knick davontrug. Um weitere Schäden möglichst auszuschließen, kommandierte man StUffz Sievert und drei Geschützführer (Uffz Bocka, GUA Rudert und GUA Rösser) kurzerhand zum FArtBtl 41, zu einer intensiven Einarbeitung ab. Noch im Herbst des Jahres konnte man dann mit einem bataillonsinternen Unteroffizierslehrgang nicht nur den erheblichen Mangel an Unteroffizieren verbessern sondern auch die Ausbildung etwas "vorschriftsmäßiger" gestalten. |
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| Hier geht's weiter mit der Geschichte des FArtBtl 101. | ||