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| Die Stadt Pfullendorf setzt alles dran, Garnisonsstadt zu werden Schon sehr früh erkannte die Stadt Pfullendorf die wirtschaftliche und soziologische Bedeutung einer Garnison für das eigene Wachstum. Sie wurde auf Landes- und Bundesebene tätig, um die Wehrpflicht wie es gelegentlich noch hieß, in den Oberen Linzgau zu bekommen. Vor allem aber stellte sie geeignetes Gelände in ausreichender Größe zu Verfügung. Nachfolgend einige Zitate aus dem umfangreichen Schriftverkehr, bezeichnende Streiflichter aus den Anfangsjahren. Beschluß der Gemeinderatssitzung vom 6. Dezember 1954: |
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| Der Entwurf zu diesem Schreiben stammte von Gemeinderat Dr. Walter Ott. Der Bundestagsabgeordnete Josef Schüttler schrieb am 20. Dezember 1954 an |
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| Auch das Regierungspräsidium Südbaden war gemäß Schreiben vom 14, Oktober 1955 mit dem Vorschlag einverstanden, in Pfullendorf eine Wehrmachtsanlage zu schaffen. U. a. |
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| Am 24. Mai 1956 schrieb der Landrat Karl Schiess an Generalleutnant Heusinger u. a.: |
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| Aus den Protokollen der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen ist ersichtlich, daß die Ansiedlung der Garnison ausnahmslos einstimmig vom Gemeinderat gewünscht und beschlossen worden ist. Bei der Ansiedlung der Kaserne hat auch das MdL Josef Vogt mitgewirkt. Die endgültige Entscheidung zur Errichtung einer Garnison wurde am 14. |
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| Die Umsetzung des politischen Willens In den danach anlaufenden Kaufverhandlungen für das Gelände wurden zwischen DM -,40 und DM 1,50 je Quadratmeter vereinbart. Insgesamt mußten 192 ha Grund und Boden für den Bau der Kasernenanlage und den Standortübungsplatz bereitgestellt werden. Rund 50 Eigentümer waren an dem Verkauf/Tausch beteiligt, entsprechend zeitaufwendig waren die Verhandlungen. Die Planungsarbeiten liefen dann zügig unter Leitung des Staatlichen Hochbauamtes Radolfzell an. Für die Bauüberwachung wurde im Juli 1957 eine örtliche Bauleitung eingerichtet, am 20. Juli erfolgte der "Erste Spatenstich". Die ursprüngliche Planung sah lediglich die Unterbringung eines Grenadierbataillons mit 813 Soldaten vor, die Kostenschätzung belief sich auf ca. 16 Mio. DM. Zum 1. September 1958 wurde dann die Standortverwaltung eingerichtet. Die Kaserne steht - die Soldaten können kommen |
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| Im Juni 1959 wurde der erste Bauabschnitt mit sechs Unterkunftsgebäuden und entsprechendem Stabs- und Wirtschaftsbereich an das Feldartilleriebataillon 101 unter Major Dr. Leube feierlich übergeben. Die offizielle Schlüsselübergabe für die "Neue Kaserne" erfolgte am Kasernentor von Generalmajor Freiherr von Liebenstein (auf dem Foto rechts) an den Kommandeur 101 (links). Damit war Pfullendorf zur Garnison geworden! Wenig später, zum 1, August 1959, wurde der Stab der Panzergrenadierbrigade 29 unter Oberst Gerber in die "Neue Kaserne" nach Pfullendorf verlegt, allerdings nur für gut zwei Jahre. |
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| Artilleristen in Pfullendorf Seit dem 15. November 1961 ist Pfullendorf ein "reiner" Artilleriestandort. Am 13. Dezember 1960 wurde der Stab des Artillerieregiments 10 unter Oberst Habicht aufgestellt, ihm unterstanden von diesem Tag an das FeldartilleriebatailIon 10 1 und das kurz zuvor entstandene Raketenartilleriebataillon 102 unter Major Holder. Interessant in diesem Zusammenhang ist für Sie vielleicht der Regimentsbefehl Nr. 1 vom 14.12.1960. Die Infrastruktur wächst - nicht nur in der Kaserne Seither wurden zahlreiche Gebäude und Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Kaserne gebaut, so daß nach 30 Jahren drei Verbände und zwei selbständige Einheiten mit rund 1800 Soldaten hier untergebracht waren. Gleichzeitig mit dem Bau der Kaserne wurde die städtische Infrastrukur wesentlich verbessert und den modernen Erfordernissen angepaßt. Erhebliche Zuschüsse und Darlehen wurden hierfür vom Bund bereitgestellt. U. a. wurden mitfinanziert: Wohnungsbau und Schulbereich, Wassergewinnung und Kläranlage sowie Kanalisation, Krankenhaus und Sportanlagen einschließlich des Freibades und besonders der Straßenbau in der Stadt und zum Donautal sowie Ausbau des Bahnhofs und der Verladerampe. Auch der private Wohnungsbau durch Bundeswehrangehörige und -bedienstete hat sich positiv ausgewirkt. Nicht nur Wirtschaftsfaktor Wenn auch die Garnison nicht am Gewerbesteueraufkommen beteiligt ist, so hat sie doch vielen Menschen in der Stadt und zahlreichen Pendlern aus der Umgebung Arbeit und Brot gegeben. Das hat dazu beigetragen, daß sich Pfullendorf in dem vergangenen Vierteljahrhundert aus "einem verträumten Städtchen" zu einer modernen Kleinstadt mit vielfältigen Einrichtungen und einem sehenswerten Stadtbild entwickeln konnte. Aber auch das Vereinsleben und der kulturelle Bereich wurde bereichert. Vieles, was heute als selbstverständlich gilt, entstand gleichzeitig mit der Garnison oder wurde verbessert. Gemeinsame Veranstaltungen wie Fasnet mit Kasernenerstürmung und andere gesellschaftliche Veranstaltungen haben traditionell einen festen Platz im städtischen Geschehen. Die landschaftlich schön gelegene Kaserne ist heute mit modernsten Ausbildungseinrichtungen ausgestattet und Heimat des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen. Der an die Kaserne angrenzende Standortübungsplatz bietet ein abwechslungsreiches Gelände für die Ausbildung und ist inzwischen quasi zum Landschaftspark geworden - kein Vergleich mehr zu Artilleristenzeiten... |